Stimmen aus der Lehre

Integration von Schlüsselkompetenzen in Lehrveranstaltungen


"DEUTLICHE VERBESSERUNG DER TEXTQUALITÄT"

Das Team Schlüsselkompetenz Schreiben engagiert sich unter anderem im Studiengang Wissenschaft und Gesellschaft. Ein Interview mit Frau Prof. Dr. Eva Barlösius, Vorsitzende des Prüfungausschusses und Ann-Christin Bartels, Fachberaterin und Koordinatorin des Studiengangs über die Zusammenarbeit und die Verbesserung der Schreibkompetenz ihrer Studierenden (der Text erschien im Newsletter "ZQS/Info", Ausgabe 01/2018).

Wie unterstützt Sie das Team Schlüsselkompetenz Schreiben bei Ihrer Arbeit?

Sie helfen uns ganz unmittelbar in der Lehre, immer dann, wenn wir an didaktische und pädagogische Grenzen stoßen und es nicht genügt, Inhalte zu vermitteln, sondern es um praktische Fähigkeiten geht.

Insbesondere helfen sie beim Thema Hausarbeit schreiben. Ihren Besuch in den Lehrveranstaltungen planen wir gleich von Anfang an in den Ablauf der Veranstaltung ein. Wir kümmern uns um die Inhalte der Hausarbeit und sprechen mit den Studierenden mögliche Forschungsfragen durch. Die Beraterinnen und Berater des Teams Schlüsselkompetenz Schreiben bauen auf diesem theoretischen Fundament auf. Sie machen mit den Studierenden praktische Übungen, z. B. wie entwickle ich eine Fragestellung, wie grenze ich das Thema meiner Hausarbeit ein, wie gliedere ich meine Arbeit. Diese praktischen Probleme bearbeiten die Studierenden jeweils für ihr Hausarbeitsthema. Am Schluss gehen alle Studierenden mit einem ausgearbeiteten und geprüften Hausarbeitskonzept in die Semesterferien. Soweit das erste Semester.

Im zweiten Semester unterstützt uns das Team bei zwei weiteren Seminarsitzungen im Rahmen des Projektstudiums. Sie beherrschen Techniken, die helfen, arbeitsfähige und verlässliche Peer-Gruppen zu bilden, die bis zum Schluss des Studiums zusammenarbeiten und sich gegenseitig fördern. Weiterhin führen sie praktische Übungen zum wissenschaftlichen Schreiben durch und üben mit den Studierenden, die Texte ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen zu kommentieren.

Welche Vorteile sehen Sie für die Studierenden darin, das wissenschaftliche Schreiben integrativ in der Lehre zu unterstützen?

Die gezielte Förderung von Schreibkompetenzen hilft den Studierenden für den gesamten Verlauf ihres Studiums, insbesondere auch für die Masterthesis. Besonders wichtig ist, dass alles unmittelbar praktisch vermittelt wird, die Studierenden sich Techniken aneignen, die sie immer wieder nutzen können.

Der Prozess der professionellen Bildung von Peer-Gruppen verbessert das Arbeitsklima im Studiengang: Die Studierenden helfen sich, achten aufeinander und kümmern sich, falls jemand mal nicht so mitkommt oder gerade privat besonders belastet ist.

Inwiefern haben sich die Schreibprojekte der Studierenden durch die Zusammenarbeit mit uns verändert?

Ganz einfach: Die Qualität der Hausarbeit hat sich seitdem deutlich verbessert, vor allem aber fühlen sich die Studierenden gut vorbereitet. Sie wissen, wie sie die Masterarbeit angehen, nehmen das nicht mehr als kaum zu erklimmenden Berg wahr.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit erlebt?

Besonders gefällt uns, dass präzise auf den Studiengang zugeschnittene Konzepte entwickelt werden. Das Team geht stets auf Fragen und Wünsche der Studierenden und Lehrenden ein. Wir haben gelernt, Inhalte zu vermitteln, aber entsprechende Schreibtechniken beherrschen wir im Allgemeinen nicht. Außerdem haben wir genug damit zu tun, forschungsorientierte Lehre vorzubereiten und durchzuführen. Da sollten wir die Vermittlung der praktischen Techniken Kolleginnen und Kollegen überlassen, die das professionell gelernt haben.